Montag, 21. Dezember 2009

Das gelbe Gebirge

Am Freitag früh morgens ging's dann los mit dem Bus in das gelbe Gebirge. Nach sieben Stunden fahrt kamen wir endlich an und wurden von einem Chinesen empfangen, der sich als selbst ernannter Touristenguide verstand. Der hat uns dann ein Zimmer gebucht, damit wir oben auf dem Berg übernachten konnten.

Fahrt vorbei an alten Bergdörfern



Dann fuhr uns ein Taxi an den Einstieg zum gelben Gebirge. Man kann entweder mit der Seilbahn hochgefahren werden oder den Weg laufen. Da wir uns jedoch noch nicht viel bewegt hatten und außerdem noch was von den Bergen sehen wollten, entschieden wir uns für das laufen. Die Wege sind komplett mit Stufen versehen, was den Aufstieg ganz angenehm macht - dachten wir vorerst auf jeden Fall :-)

Am Anfang des langen Aufstiegs



Während des Aufstiegs kommen einem dann auch immer Lastenträger entgegen, mit manchmal unglaublich großen und schweren Säcken. Die müssen dann die ganze Strecke mehrere male am Tag hoch und runter laufen. Direkt über den Trägern fährt die Seilbahn, was das ganze noch unverständlicher macht. Aber die Chinesen sind wohl billiger als der Strom...


Lastenträger


Nach drei Stunden Treppen steigen (mittlerweile fanden wir sie nicht mehr so angenehm) kamen wir endlich oben an und konnten gerade noch den Sonnenuntergang bewundern, während dem die Berge schön mystisch aussehen.


Die lohnende Aussicht

Weniger schön war hingegen unser Zimmer. Feucht, alles dreckig, alte Bettlaken und überall Schimmel. Na ja, musste halt mit Kleidern geschlafen werden, dann war das ganze erträglich.


Unser Zimmer


Dafür war dann am nächsten Tag ein super Wetter und die kalte Nacht war sofort vergessen. Schnell den Rucksack gepackt und auf ging's zum Rundweg, auf dem nur wenige Touisten sind. Die Tour geht etwa vier Stunden durch eine atemberaubende Landschaft, hohe Schluchten und direkt an Steilwänden entlang. Das alles über tausende Stufen.



Erster Blick auf's Gebirge

Durch eine Höhle

Felsnadel

Lichtspiel

Die Hälfte ist geschafft

Bizarre Formen

Steile Wände

Tiefer Abgrund

Vertrauen in chinesische Baukunst :-)

Kleiner Baum

Schöne Felsen

Schon fast am Ende

Letzter Blick zurück auf den "Weg"


Wieder auf dem Hauptweg angekommen, der die beiden Gondeln miteinander verbindet, standen wir plötzlich im Stau. Wo man vohrer noch keiner Seele begegnet war, war hier die Hölle los. Ein Chinese am anderen, ohne durchkommen. Wie im Ferienverkehr vor den Sommerferien :-) Also blieb uns nichts anderes übrig als uns zwei Stunden in das Gedränge einzureihen und mit zu schwimmen, bis der Weg zum Abstieg kam.
Das ist natürlich das Naturerlebnis pur, was die Chinesen machen. Mit einer Gondel hoch fahren, zwei Stunden im Gedränge (aber alles mit Reiseführer!) über den Berg laufen, wo man gar nicht viel sieht, und dann wieder mit der Gondel runter fahren. Na ja, wenigstens ist der schöne Rundweg dann nicht so voll.


Menschenschlange am Berg

Nach drei weiteren Stunden Abstieg über Treppen kamen wir dann endlich unten an. Vorbei an einer Chinesin, die vor einer hässlichen Statue komische Posen machte. Ich habe mich einfach mal neben ihren Freund gestellt und fleißig mit fotografiert :-)

Chinesin beim posieren


Zurück im Dorf bezogen wir dann unser Luxushotel, zu einem Drittel des Preises von dem Gammelzimmer auf dem Berg. In dem Restaurant, in dem wir dann Abendessen waren konnte man noch einmal China live erleben. Total betrunkene Chinesen in einem Haufen, von ihnen verursachtem Dreck auf dem Boden. Da wird rumgerotzt, geraucht und gesoffen was das Zeug hält

Abendessen



Der Boden




Am nächsten Morgen gin es dann vorbei an zahlreichen Terassen mit Reis und Tee wieder zurück ins zivilisierte Shanghai


Reisterassen

Felix und Papa in Shanghai

Um auch mal einen Kulturschock zu erleben haben mich auch noch Felix und Papa besucht. Die ersten zwei Tage gab es mein schon erprobtes Standard-Touri-Programm, das ich mittlerweile echt gut drauf habe :-)
In der ersten Station Najing Lu haben uns ein paar indische Geschäftsleute angesprochen, die mit ihrer Firma ein Teamtraining machen und deren Aufgabe es war ihren Firmennamen von vier Personen darstellen zu lassen. Da wir ja nur drei waren haben wir die Bedingung gestellt, dass wir nur mit ner hübschen Chinesin als vierte Person mit machen. Kurze Zeit später war auch schon eine gefunden, die uns gut genug war, und das Bild kam dann als Ergebnis raus :-)

Soll glaube ich Olam heißen, habe ich aber vergessen
Am Ende der Nanjing Lu sieht man dann auf den Stadtteil Pudong, der sich unter blauem Himmel präsentiert. Durch den Bund Sightseeing Tunnel sind wir dann unter dem Fluss durchgefahren. Ein kleiner Tipp am Rande: Falls irgendwer von euch mal nach Shanghai kommt, die 40元 sind wesentlich besser in ein Bier investiert als in den Tunnel. Auf die Straße werfen könnte man es auch, das würde wenigstens die Zeit sparen...

Pudong mit Pearl Tower, Jin Mao Tower und
World Financial Center


Kurze Zeit später saßen wir dann im 87. Stockwerk des Jin Mao Towers und schlürften bei traumhafter Aussicht einen Cocktail. Nebenbei kann man prima den Sonnenuntergang anschauen und somit den ersten Tag in Shanghai ausklingen lassen.

In der Bar Cloud 9 im 87. Stock


Sonnenuntergang über dunstigem Shanghai


Am nächsten Tag begaben wir uns dann zuerst in einen nahe gelegenen Tempel. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer chinesischen Hochzeit vorbei, die sich im Gegensatz zu einer Hochzeit in Taiwan komischerweise optisch von einer westlichen nicht sehr unterscheidet. Liegt vielleicht auch an der Großstadt.

Chinesische Hochzeit

Am Tempel angekommen wurden uns erst einmal Räucherstäbchen gegeben, damit man das auch richtig stilecht mitmachen kann. Wir haben uns dann aber doch lieber aufs zuschauen beschränkt. Diese Räucherstäbchen stinken auch wirklich sehr, da ist der Weihrauch bei uns echt angenehm dagegen. Der Weihrauch wirkt auch benebelnder :-)


Vor dem Tempeleingang

Nach dem Mittagessen ging's dann weiter in das französche Viertel, von dem einige Teile echt schön restauriert sind.


Das französische Viertel

Nicht weit weg steht auch noch der letzte Rest der wirklichen Altstadt von Shanghai (nicht der neu gabaute und auf alt getrimmte Teil um den Yu Garten). Da wohnen die Chinesen echt noch wie vor hundert Jahren in mini Räumen (vielleicht so 5m²) die gleichzeitig Küche, Wohnzimmer, Bett und oft noch einen kleinen Straßenverkaufsladen beinhalten.


Altstadt von Shanghai

Seit ich in Shanghai bin wurde aber schon die Hälfte der Altstadt dem Erdboden gleich gemacht und ich nehme mal an bis zur Expo ist sie ganz weg. Das ist wirklich schade aber die chinesische Regierung will nicht, dass Ausländer sehen, dass China nicht überall so weit entwickelt ist. Aus diesem Grund waren während der Olympiade auch große Teile von Peking für Ausländer gesperrt. In Shanghai wird halt gleich abgerissen. Dass sie damit auch einen großen Teil Kultur einfach zerstören interessiert die Regierung wohl nicht.


Hier bin ich vor ein paar Wochen noch durch die Stadt gelaufen.

Die Tage darauf waren die zwei "Touristen" dann in Hangzhou, von dem ich ja schon ausführlich berichtet habe. Da wir am Wochenende ins Gelbe Gebirge (Huáng Shān) fahren wollten, sind wir am Donnerstag Abend noch einmal richtig gut Tepanyaki essen gegangen. Das ist doch schon immer wieder ein Erlebnis, wenn da direkt vor einem gekocht wird.

Der Koch bei der Arbeit


Hier wird's heiß


Freitag, 18. Dezember 2009

Das Lieblingsrestaurant

Heute will ich euch mal mein Lieblingsresaurant vorstellen. Es liegt direkt gegenüber von der IAV, hat ein gemütliches Ambiente und das Essen ist einfach sagenhaft.

Wenn man darauf zu läuft, ist es das einzige Haus eines riesen Häuserblocks, das noch nicht abgerissen ist. Ist also nicht zu übersehen. Ganz rechts bevor man rein geht kann man dann auch die Küche sehen oder dort direkt die Zutaten aussuchen, die man in sein Essen haben will. Links daneben ist dann noch ein Lagerraum, in dem das ganze Essen kleingeschnibbelt wird.

Küche und Lager

Der Koch ist echt gut und kocht ungelogen die schmackhaftesten Gerichte, die ich bis jetzt in Shanghai gegessen habe.




Küche

Innen sitzt man dann an einem Tisch, auf den nach jedem Gast eine neue Plastikfolie gelegt wird. Geht also ganz hygienisch zu hier ;-)
Bestellen kann man was man will. Sie haben hier echt alles und wir haben noch nie "méi yǒu"(hamwirnich) gehört, was man bei den meisten anderen Restaurants beim Großteil der ganzen Karte zu hören bekommt. Da wir als chinesische Analphabeten einfach eine Deutsch-Chinesische Karte mitgebracht haben, heißt es wahrscheinlich für den Koch ziemlich viel improvisieren, bis jetzt hat aber alles gut geschmeckt. Einmal habe ich sogar Dumplings bestellt, was sie eigentlich gar nicht haben. Aber anstatt "méi yǒu" zu sagen ist der "Kellner" ins Reataurant nebenan gelaufen und hat ne Portion für mich eingekauft. War nicht mal teurer.
Das nenne ich Kundenfreundlichkeit :-)




Hier sitzt es sich gemütlich

Zum Hintereingang hinaus kommt man in den Innenhof, aus dem man auch einen schönen Biergarten machen könnte.



Der Biergarten

Wenn dann mit dem Bestellen alles geklappt hat kann man sein Essen im Speisesaal genießen.

Der Speisesaal

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Zweiter Tag in Hangzhou

Den zweiten Tag in Hangzhou starteten wir dann mit einem guten Frühstück im Garten unserer Jugendherberge. Der war wie immer in China sehr schön angelegt und wir mussten uns schon schwer aufraffen um uns auf den Weg zu machen. Es gab ja aber schließlich noch viel zu entdecken.



Frühstück im Garten

Zuerst ging es mal den Berg neben der Herberge hoch, um die Pagode zu besichtigen, die wir in der Nacht voher leuchten sehen hatten. Nach etlichen Stufen und einer mal wieder horenten Entrittsgebühr :) standen wir auch endlich vor dem Eingangstor. Der ganze Turm war aus der nähe betrachtet doch wesentlich höher und größer als er von unten wirkte und der Aufstieg hatte sich schonmal gelohnt.



Vor der Pagode


Neben dem Tempel stand auch eine große Glocke deren Anblick uns doch sehr gereizt hat. Also haben wir das gleich mal ausprobiert... Damit, dass das Ding so einen Lärm macht hatten wir natürlich nicht gerechnet und sind dann auch ganz schnell im Turm verschwunden.




Glocke läuten


Vom Dach aus hatte man dann eine wirklich gute Aussicht über die ganze Stadt und den See. Im Gegensatz zu Shanghai gibt es hier wesentlich mehr grün um die Stadt und ist glaube ich um einiges angenehmer zu leben. Dafür kann aber auch kein Mensch englisch hier.



Blick auf den See


Wieder unten angekommen haben wie den Spieß eínfach mal umgedreht und einen Chinesen genötigt ein Photo von uns zu schießen.




Zwei richtige Touris


Oben auf dem Turm hatten wir uns dann auch den Weg gemerkt, wie wir zu dem See kommen, den wir am Abend vorher schon erfolglos gesucht hatten. Da gabs dann zuerst mal einen Kaffe zur Stärkung und während wir den genossen haben wir den Büffeln zugeschaut wie die im See baden.




Büffel im See


Mit dem Taxi ging es dann weiter zu einem Park, in dem man eine Menge Buddhas betrachten konnte, die dort in die Felsen gehauen waren. Die gab's in allen möglichen größen, ich habe zum vergleich einfach mal ne Chinesin mit photographiert.




Buddha im Fels



Der Berg hinter den Buddhas war auch von oben bis unten vollgepflastert mit Treppen. Da muss es dann oben auch was geben, dachten wir uns und sind mal losgestapft. Nach langem laufen kamen wir auch oben an und waren total verblüfft was es dort alles zu sehen gab. 25 Chinesen die genauso blöd waren wie wir und einen Stand der Getränke verkauft hat und bestimmt ein riesen Geschäft machte... Na ja, ein bisschen Bewegung schadet ja nicht.





Aufstieg zum Gipfel

Nach einem längeren Abstieg kamen wir direkt vor einem riesigen Tempel wieder auf den normalen Fußweg. Den mussten wir uns natürlich gleich anschauen. Da Feiertag war, war der Tempel dementsprechend voll. Es ist aber lustig den Chinesen zuzusehen, wie die zum ersten mal erklärt bekommen wie man mit den Räucherstäbchen betet. Die meisten Chinesen haben ja mit Religion nicht so viel am Hut, machen aber mal alles mit. Die würden auch bei uns die Hostien essen und hätten keinen Plan um was es geht :-)



Großer Buddha im Tempel


Was hat der Eldor denn da photographiert?

Nochmal im Tempel

Mittwoch, 18. November 2009

Ausflug nach Hanzhou

Am nächsten Tag wollten wir dann mit einem Tag verspätung nach Hangzhou aufbrechen. Hangzhou ist eine kleine Stadt mit einem See in der Mitte, der ein beliebtes Ausflugsziel der Chinesen ist. Mit 4 Millonen Einwohnern ist die Stadt im Gegensatz zu Shanghai auch richtig gemütlich. Da wir etwas spät dran waren, gab es nur noch eine Zugfahrkarte am Nachmittag und es war noch genug Zeit etwas ordentliches zum Mittagessen zu suchen.


Nachdem die Suche nach einem kantonesischen Restaurant erfolglos war, sind wir einfach in das erst beste Restaurant reingegangen und haben zwei "Bilder" auf der Karte bestellt. Einmal Fisch und einmal was anderes was man nicht erkennen konnte. Nach zwei Minuten kam dann die Kellnerin mit einer Plasiktüte zu uns, aus der uns ein grosser Taschenkrebs entgegen winkte. Fünf weitere Minuten später stand er dann auf dem Tisch zusammen mit dem Fisch, der eigentlich Froschschenkel war....


Hat aber super geschmeckt





Da sind die Krebse noch froehlich



Noch etwas skeptisch



Gut gestärkt konnte es dann endlich nach Hangzhou gehen. Nach der Zugfahrt ging es dann gleich mal in die Stadt wo es eine schön beleuchtete Fußgängerzone mit vielen kleinen Touristenläden und noch mehr Touristen gibt.


Fußgängerzone

Unter Anderem gab es da auch einen Laden in dem zwei Männer mit riesen Holzhämmern Erdnuesse mit Zucker platt geklopft haben. Der Sinn davon erschliesst sich mir nicht so ganz aber die Erdnuss-Zucker-Pampe kann man dann kaufen und essen...


Der Beruf Erdnussplattklopfer

Neben der Touristen Fußgängerzone gibt es auch noch eine schön angelegte normale, in der man sich schön hinsetzen und ein zwei Tsingtao schlürfen kann.

Der schöne Teil von Hangzhou

Direkt über unserer Jugendherberge gibt es auch noch einen kleinen Tempel, der nachts wie ein Christbaum beleuchtet ist. Im Dunkeln sieht das dann aus wie wenn er schwebt.

Tempel bei Nacht

Nachdem die Füße schon ziemlich platt waren und wir auch keinen Durst mehr hatten, gings wieder zurück in unsere echt schöne Jugendherberge, die auch einen schönen Garten zum Sitzen hat. Durch die gute Sitzgelegenheit doch noch auf ein Bier hängengeblieben ging es dann ungefähr 40 Mueckenstiche später ins Bett.


Idyllische Jugendherberge


Sonntag, 15. November 2009

Unterwegs in Shanghai

Am nächsten Tag ging's dann erstmal in den Zhongshan Park um dem bunten Treiben zuzuschauen, der an freien Tagen immer in den Parks stattfindet. Da wird zu Musik getanzt, Brettspiele gemacht, Ball gespielt und vieles weitere. Gestärkt durch ein frisch gepresstes Glas Zuckerrohrsaft ging's also los in das bunte Treiben.


Zuckerrohrsaft ganz frisch


Unterwegs kamen wir auch an einer chinesischen Zoohandlung vorbei :-) Es gibt da kleine Hässchen und Enten zu kaufen.

Chinesische Zoohandlung

Manche Familien machen sogar einen Zelturlaub mitten im Park in Shanghai.

Zelten im Park

Später gings dann noch zur Century Avenue die den Stadteil Pudong mit dem Science Park verbindet und dementsprechend neu und gross ausgebaut ist. Sie endet vor dem Century Park, welches der groesste Park von Shanghai ist, ähnlich dem Central Park in New York. Das habe sie wohl auch versucht mit dem ähnlich klingenden Namen nachzuahmen. Man muss ja alles grösser und bombastischer machen als der amerikanische Konkurrent...


Blick auf die Century Avenue

Wie es sich für Studenten gehoert wird der Abend mit unter anderem einem Bier gemütlich ausklingen gelasst.


Vorfreude aufs Qingdao Bier